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Heidenheimer Neue Presse Kultur
11. Oktober 2011

Von betörender Wirkungskraft
Mörike-Abend mit Ruth Schumacher und Rudi Korbel
im Heidenheimer Kleintheater „SchattenDaSein!“

„Am innigsten aber und wunderbarsten ist Welt und Württemberg, höchste Poesie und Schwabentum verschmolzen im Werk Mörikes“, schrieb Hermann Hesse über den Dichter, an dessen 207. Geburtstag am Freitagabend ein bemerkenswerter literarischer Abend stattfand.
Lyrik führt ja oft ein sprichwörtliches Schattendasein, unabhängig davon, dass heuer ein Lyriker den Literaturnobelpreis verliehen bekam. Das Theater“ SchattenDaSein!“ jedoch in der Hinteren Gasse wurde zu einem liebenswürdigen Kulturgenist, in welchem Ruth Schumacher und Rudi Korbel das lyrische Werk Mörikes in dessen betörender Wirkungskraft deutlich werden ließen.
Da war „Orplid“, der Ort, in dem derbe wie feine Märchenfiguren wohnen und „uralte Wasser verjüngt um deine Hüften, Kind“ steigen. Ruth Schumachers feine, edle Stimme ergänzte Rudi Korbels Bariton, der Schwermut und Schalkhaftigkeit in Mörikes Werk so authentisch und leidenschaftlich darstellen konnte. Bei „Schön Rohtraut“ etwa spielten beide sich die Bälle zu und verdeutlichten das Gesagte mit sparsamen Gesten. So blieb Zeit, die Worte sich entfalten zu lassen und Raum für eigene Empfindungen zu schaffen.
Der junge Pianist Joss Reinicke begleitete die Worte mit feinsinnigen, verträumten Eigenkompositionen – mit Ausnahme des temperamentvollen Rondo „Alla Turca“ aus Mozarts A-Dur-Sonate mit dämonischen Sechzehntelketten. Dann leuchtete der „Septembermorgen“ in zarten Pastelltönen und kontrastierte mit dem unheimlichen „Die traurige Krönung“, der Geschichte von König Milesint auf Schloss Liffey, der „sein Bruderkind“ ermordete. Jeder moderne Gruselfilm verblasst bei der Beschreibung des „seltsamen Totenspiels“, bei dem ein „Kind mit frischer Wunde“ dem König die Krone bringt und kurz darauf dessen Sohn sich „über eine Leiche“ neigt.
Rudi Korbel rückte nebenbei das Bild vom „weltfremden“ Mörike zurecht. Zwar sei er kein „Rebell der Feder“ wie etwa Schiller, (…) Ein verklemmter Idylliker war Mörike außerdem nicht.
Mit schelmischem Gesichtsausdruck rezitierte Ruth Schumacher das Gedicht von Amor, der „schwarze Tinte“ verkauft, und der Dichter gleich darauf ein „Erotikon“ schreibt. „Erstes Liebeslied eines Mädchens“, in dem die Liebe als „blinde Fischerin“ bezeichnet wird, zeigt einen Mörike, der lange vor dem alten Siegmund Freud um die erotische Symbolik von Aal und Schlange wusste, die sich mit „Schmiegen und Wenden“ an die Brust drängen, sich gar „unter die Haut beißen“. Das „schaurige Ding schnalzet darinnen und tut wonniglich graben“. Auch dies schrieb der Autor von „Herr schicke, was du willst“.
Ruth Schumacher und Rudi Korbel zeigten Mörike in all seiner Vielschichtigkeit, vom vermeintlichen Biedermeier- über den wenig bekannten Erotik-Poeten und nicht zuletzt den kreativen schwäbischen Sprachschöpfer, den Grübler, dem die „Rosenzeit so schnell vorbei“ ging, und den Hutzelmännlein-Autor, der Worte wie „Söhnerin“ für Schwiegertochter oder „Wurzler“ für Apotheker verwendete.
Mörike „meldete“ sich aber auch per Handy bei Rudi Korbel und monierte, man hätte den Klavierspieler nicht richtig gewürdigt. Joss Reinicke ließ es sofort „sanft auf der goldnen Töne Leiter tanzen“.
Mit der düster-packenden Zugabe vom „Feuerreiter“ endete der Ausflug in die Welt des wohl „schwäbischsten“ aller Dichter.

Hans-Peter Leitenberger

     

FilderExtra – Die Wochenzeitung
Mai 2010

Für Geist und Gemüt
Die Rabenbühne: ein Ort des Gedankenaustausches

Bernhausen. Raben machen gern Eindruck und verblüffen Forscher mit ihrer Intelligenz. „Ich habe mich in den Vogel verliebt, weil er so häufig missverstanden wird“, sagt Rudi Korbel und hat ihn zu seinem Markenzeichen gemacht.

Von Cornelia Nawrocki

Vor einem Jahr, im Mai 2009, richtete der Pädagoge gemeinsam mit der Sprachkünstlerin Ruth Schumacher in Bernhausen ein kleines Theater ein und nannte es Rabenbühne. Unter dem Titel „Rosenduft und Rabenseele“ stellte sich das Duo den Besuchern des Eröffnungsprogramms vor. Ermutigt vom Zuspruch des Publikums laden Schumacher und Korbel nun mehrmals im Monat in die Kleinkunstbühne ein. Neben Lyrischem werden Lesungen, Gesprächsabende, Musik, Tanz, Kabarett, Figurentheater und vieles mehr offeriert.
„Wir sind eine Kleinkunstbühne und haben nicht vor, Stars zu engagieren“, betont Rudi Korbel, der als Deutschlehrer an der Degerlocher Waldschule arbeitet. Nicht nur von Berufs wegen hat er Interesse daran, Menschen für die Schönheit von Sprache und Literatur zu sensibilisieren.
„Wir haben die Bühne gegründet, weil wir Klassiker lieben“. Die Hoffung der beiden, dass sich auch andere dafür begeistern lassen, hat sich bislang erfüllt.
Inzwischen finden immer mehr Besucher den Weg in die kleine Kulturinsel am Rande der Fußgängerzone. Sie wird zunehmend das, was die beiden sich bei ihrer Gründung wünschten: ein Ort der Begegnung und des Gedankenaustausches.
Doch ist ihnen klar, dass sich die Leute heute nicht mehr allein mit lyrischen Texten unterhalten lassen. Die Gründer der Rabenbühne wissen es deshalb sehr zu schätzen, dass bekannte Musiker wie Georg Lawall, der sich nicht nur unter Jazzfreunden einen Namen gemacht hat oder der schwedische Lautenspieler Stefan Lundgren und Schriftsteller wie der Esslinger Olaf Nägele („Maultaschi Goräng“) gern in der Rabenbühne gastieren.

 


SÜDKURIER Medienhaus

http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/triberg/Von-Rosen-und-Raben;art410964,3837212,0
01. Juli 2009

Von Rosen und Raben
Lyrik-Veranstaltung mit Rudi Korbel und Ruth Schumacher in der Asklepios-Klinik Triberg

Erstaunlich viele Besucher lockte die Lyrik-Veranstaltung „Rosenduft und Rabenseele“ in der Asklepios Klinik Triberg an. Die Cafeteria wurde zum gefühlten Raben Horst und Rosengarten und die Mienen der Zuschauer spiegelten eine volle Skala von Emotionen wider. Anfängliche Verschlossenheit, Skepsis, wurde zu angespannter Nachdenklichkeit, zu entspanntem Schmunzeln, und schließlich zum spontanen laut Auflachen.
Nach und nach gelang es Rudi Korbel und Ruth Schumacher, das Publikum durch ihre
„bilderreich-tiefgründigen“ und „witzig-frechen“ Vorträge in ihren Bann zu ziehen. Korbel spezialisierte sich neben seinen eigenen, herzigen Raben-Texten eher auf das französische Genre, während Schumacher neben schönen eigenen Texten und deutschen Dichtern, der Rose verbunden, auch auf Poeten wie Edgar Allan Poe mit „The Raven“ zurückgriff. So gut eingespielt ist das Team, dass sich die Frage aufdrängte, wie lange sie denn schon zusammen seien. Leicht verblüfft und amüsiert antwortete Schumacher: „Von Anfang an.“ Der Rabenrudi und die Rosenruth sind Geschwister. In ihrer Heimat Filderstadt-Bernhausen betreibt Deutschlehrer Korbel die Rabenbühne. Sprachtherapeutin Schumacher leitet dort in ihrer Freizeit häufig Workshops und Lesungen und sie rezitiert Gedichte. Seit fünf Jahren führen sie außerdem, wenn immer es die Zeit erlaubt, Lyrik-Darbietungen in Seniorenheimen und Kliniken durch, „weil dort ein sehr sensibles Publikum ist, sehr empfänglich für Lyrik.“
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KUUK-Verlag
www.kuuuk.com/presseerklaerungen.htm
16. Mai 2009

espressivo

Hintere Reihe von links nach rechts: Simon Brommer (Pianist), Gesina Cramer,
Jürgen Hayer, Mittlere Reihe von links nach rechts: Ulrike Weinhart, Kirsten Bloem,
Katharina Offenborn, Cornelia Fröschl, Vorne: Gustav Friedrich Lawall (Gitarrist)


Klein aber fein: Die Rabenbühne in Filderstadt

Einen kulturellen Leckerbissen der besonderen Art bot Rudi Korbel am 16. Mai den Gästen der Rabenbühne in Filderstadt-Bernhausen. Zur Neu-Eröffnung dieses Raumes für kulturelle Begegnungen und Aufführungen konnte Korbel ein hochrangiges Gebinde von Autoren und Musikern gewinnen. Die sechs AutorenInnen der deutschlandweit bekannten Autorengruppe espressivo unterhielten die zahlreich erschienenen Gäste mit Kurzgeschichten aller literarischer Genre und Pianist Simon Brommer und Gitarrist Georg Friedrich Lawall verzauberten zwischen den Texten mit ihrer Musik. Heraus kam ein kurzweiliger Abend mit lustigen, hintergründigen, überraschenden und nachdenklich machenden Texten untermalt von wundervoller Musik, den die Gäste sichtlich und hörbar genossen - ein grandioser Auftakt für die Rabenbühne.

Ulrike Weinhart, Schauspielerin

 

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