pfeil Programm

pfeil Lyrikperformance

Freitag 09. März 2012  
20 Uhr 
15,- Euro
 
Reservierung erwünscht!

Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf
Theaterstück von Bodo Kirchhoff
Schauspiel: Markus Maria Winkler
Inszenierung: Helga Seewann

der ansager
Ein Holzstuhl, der so einiges zu erzählen hätte, bleibt zunächst leer. Eine professionelle Künstlerin aus der Entkleidungsbranche glänzt, aber leider nur durch Abwesenheit. Und ein hingerissener Ansager hat alle Hände voll zu tun, ein wartendes Publikum zu beschwichtigen. Ja, und wie er das tut: Ohne es zu merken, plaudert dieser Ansager, dargestellt von Markus Maria Winkler, unverblümt, ehrlich und keck, aus dem recht intimen Nähkästchen. Dabei weiß er von den warmen Zwischenmenschlichkeiten zwischen heißen Auftritten zu berichten. Er schildert mit kraftvollen Worten die Merkwürdigkeiten einer ganzen Ära aus Kunst, Können und Wollen. Und er hinterfragt gerissen das uralte Mysterium der Geschlechter: Denn wer findet schon das Geschlecht einer Blume heraus?

 

Markus Maria Winkler (Schauspiel) ist in Wilhelmshaven an der Nordseeküste geboren und aufgewachsen. Ausgebildet wurde er an der Schauspielschule Zerboni in München. 2001 begannen seine ersten Theatergastspiele in Deutschland, Österreich, Italien und Serbien. Drei Jahre spielte er bei dem Südbayerischen Theaterfestival unter der Intendanz von Cordula Trantow. Danach gastierte er mit dem Tourneetheater Das Ensemble Jacob-Schwiers, an den großen Bühnen im deutschsprachigen Raum. Seit 2006 ist Markus Maria Winkler mit Jürgen Wegscheider mit der satirischen Lesung „LiteraTierisches“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen. 2008 folgte die musikalische Komödie „Hysterische Profilneurosen in Dur und Moll“ mit Tina-Nicole Kaiser. Zu seinem 10jährigen Bühnenjubiläum geht er 2010 mit dem Stück „Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf “, ein Einpersonenstück von Bodo Kirchhoff, auf Theatertournee. Inszenierung: Helga Seewann. www.markusmariawinkler.de

Helga Seewann (Inszenierung) begann 1962 bei Roleff-King und Godlewsky mit dem klassischen Ballett. Danach folgte eine pädagogische Ausbildung als Bewegungslehrerin. Modern, Flamenco und Mime Corporel färbten auf sie ab. 1990 kam sie mit Butoh, dem japanischen Ausdruckstanz, in Berührung – was ihren Tanz wesentlich beeinflußte. Sie nahm Unterricht bei Charlotta Ikeda, Mitsuro Susaki und Kazuo Ohno. 1981 begann Helga Seewann in ihrem eigenen Studio in München Körperarbeit, Entspannung, Tanztechnik und Improvisation zu unterrichten und seit 1990 auch an der Schauspielschule Ruth von Zerboni. Seit 1984 steht sie mit eigenen und fremden Projekten auf der Bühne. Über 17 Jahre gab sie Bewegungstheaterkurse in Süditalien, mit abschließenden Aufführungen. Ihre Projekte umfassen ihre Arbeit als Soloperformerin, eigene Tanztheaterproduktionen und Choreographien für Sprechtheaterstücke anderer Regisseure. www.helgaseewann.de

Bodo Kirchhoff (Autor) 1948 in Hamburg geboren. Studium der Pädagogik, Psychologie und Soziologie an der Universität Frankfurt/Main. Sein literarisches Debüt gab er 1979 mit dem Theaterstück "Das Kind oder Die Vernichtung von Neuseeland" (Uraufführung Saarbrücken 1979) und mit dem Prosaband "Ohne Eifer, ohne Zorn". Es folgten Essays, Erzählungen, Romane und Theaterstücke. Sein Roman "Infanta" (1990) fand große Beachtung, ebenso wie "Der Sandmann" (1992). Er arbeitete auch für das Kino und schrieb Vorlagen für "Tatort-Alptraum" (1997; ARD) und den Kinofilm "Manila" (2000). Ausgezeichnet wurde er u.a. mit dem Jahreskunstpreis des Frankfurter Vereins für Künstlerhilfe, dem Villa Massimo Stipendium, dem Drehbuchpreis des Bayerischen Filmpreises (gemeinsam mit Romuald Karmakar). Das Stück "Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf" feierte 1995 seine Uraufführung. Bodo Kirchhoff lebt in Frankfurt/Main und am Gardasee.