Freitag 23. März 2012
20 Uhr
15,- Euro Reservierung erwünscht!
„Liebe, Tod und Lästerzungen ...“
Lawall und Rabenstein interpretieren den
französischen Dichter François Villon
Texte: François Villon, Paul Zech, Rabenstein
Kompositionen: Fernando Sor / Georg Lawall
Gitarre: Georg Lawall, Rezitation: Rabenstein

François Villon (1431-1463) – ein Robin Hood der französischen Literatur – verschoss seine Verse wie Pfeile. Als Träger eines Doktortitels, als Raufbold, Schürzenjäger, Dieb und Dichter vereinigte er die Widersprüche seiner Epoche in sich.
Villon klagte an: „Hundert Jahre Pest und Krieg …“ Politische Wirren in Frankreich und ein lang währender Streit mit den Engländern, der als „Hundertjähriger Krieg“ in die Geschichte eingegangen ist, bilden den gesellschaftlichen Hintergrund des Dichters.
Villon steckte wegen verschiedener Gaunereien mehrfach im Kerker, entkam nur knapp der Vollstreckung des Todesurteils, wurde verbannt und gilt seit 1463 als verschollen. Seine Sprache ist volkstümlich frivol, satirisch frech und immer wieder zutiefst melancholisch.
François Villon ist der bedeutendste französische Lyriker des späten Mittelalters. Seine sozialkritischen, oft auch anzüglichen Balladen und Spottgedichte gab er nachts in den Kneipen von Paris zum Besten und wurde so sehr bald zum Liebling der kleinen Leute. Die hohen Herren fürchteten seine spitze Zunge und schließlich wurde er – auch wegen verschiedener Delikte – der Stadt verwiesen. Villon litt unter der Verbannung, denn er liebte das Leben in Paris – vor allem die Frauen. Er ist verbittert: „Paris, mir die Tür zu weisen, nur weil ich ein paar Herren in die Suppe gespuckt habe … es gibt Unappetitlicheres hinter diesen Mauern.“ Unvergessen sind Villons Balladen von den „Vogelfreien“, von den „Armen und den Reichen“, von seiner „dicken Margot“ und von den „Lästerzungen“. Villons ungehemmte Lust am Leben ist stets überschattet von sozialem Leid, Verbrechen und Tod.
Georg Friedrich Lawall
erhielt für seine Musik mit der Gruppe OREXIS im Jahr 1978 den Deutschen Schallplattenpreis und wurde zum Künstler des Jahres gekürt. Manfred Rommel schrieb über ihn: „Georg Friedrich Lawall, Gitarrist und Komponist von Rang mit weltweiter Resonanz, in Kirchheim / Teck geboren, ist eine Zierde für unser Land und die Stuttgarter Region ...“
Rabenstein
alias Rudi Korbel ist Rezitator und Macher der Rabenbühne.
„Liebe, Tod und Lästerzungen“
Biographie und Fiktion, Nachdichtung und Original, Authentizität und Eigenwilligkeit in der Interpretation fügen sich zu einem Bild von François Villon, dessen Reiz in der Subjektivität liegt.
Rabenstein: „Der historische Villon ist Gegenstand der Literaturforschung. Mich interessiert der Mythos Villon und was sich diesem Mythos für die aktuellen gesellschaftlichen Zustände abgewinnen lässt.“